1,5 Jahre Internationale Jugendgruppe Siegen

Wir blicken zurück auf eine Menge Erfolge, aber auch Niederlagen aus denen wir lernen und neue Energie & Motivation schöpfen konnten. Seit der Gründung unserer Jugendgruppe entsteht immer mehr Bewegung innerhalb der Stadt. Seien es antifaschistische Gruppen und Bündnisse die aktiver werden und sich neu aufstellen oder die Bereitschaft breiterer Teile der Stadtbevölkerung sich in das soziale und politische Geschehen selbstständig und außerhalb parlamentarischer Parteien einbringen. Das im letzten Jahr gegründete Büro der Nationalsozialisten und pseudorevolutionären Chauvinistenpartei des ,,Dritten Wegs“ die mit ihrem „sozialen“ Nationalismus in Wirklichkeit die Spaltung der ArbeiterInnenklasse wollen, sowie Elend und Vertreibung für die anderen fordern, stoßen auf großen Gegenwind mit ihrem Vorhaben Stadtpolitik zu betreiben. Bündnisse wie Siegen gegen Rechts etablieren Basisdemokratische Arbeit gegen das Parteibüro, wie Beispielsweise die Siegener Erklärung an dessen Abstimmung sich 650 SiegenerInnen auf einer Kundgebung beteiligten. 

Als Linke und Revolutionäre haben wir in den vergangenen Monaten unsere Standpunkte oft verteidigen müssen. Sei es gegen Angriffe von bürgerlich geprägten systemimmamenten Linken, deutsche Nationalisten, Bozkurts und andere Faschisten. 

Doch es entstand nicht nur Bewegung innerhalb unserer Stadt sondern auch andere Städte und Bundesländer konnten sich neu aufstellen und klassenorientierte linke Politik vorantreiben. 

Im folgenden wollen wir auf drei für uns wichtige Grundpfeiler unser Politik näher eingehen. Diese können zwar losgelöst voneinander betrachtet werden, doch sind in der Praxis untrennbar miteinander verbunden. Ein Antifaschismus ohne Klassenbezug, also orientiert an den Interessen der arbeitenden und von ihrem Lohn abhängigen Menschen, der Mehrheit der Gesellschaft, bleibt kleinbürgerliche Politik die im Endeffekt nur der Verteidigung und Legitimierung des Armut und Ungleichheit produzierenden Systems dient.

Ebenso muss der Antifaschismus international gedacht werden, denn die Bedingung für die Freiheit der ArbeiterInnen und Menschen im einen Land ist die Bedingung für die Freiheit im anderen, weshalb wir uns gegen Faschismus und Krieg überall aussprechen und solidarisch zeigen. Die einzelnen Begriffe und unseren Bezug zum Antifaschismus, Marxismus und Internationalismus wollen wir nun genauer erklären.


Antifaschismus
Rassistische Polizeigewalt, das Erstarken rechter Parteien und der opportunistischen Haltung liberaler Parteien die sich dem Vormarsch rechter Ideologien durch Institutionen anbiedern und ihnen Zusprüche machen,sowie ein autoritärer und repressiver Umbau des Staates bilden die aktuellsten Bezugspunkte und Beispiel für die Notwendigkeit antifaschistischer Arbeit. Dabei darf Antifaschismus kein einfacher Titel sein der sich in das Programm einer beliebigen Partei geschrieben wird, sonder muss sich im täglichen Leben, der Arbeit im Betrieb, in der Schule oder der politischen Praxis widerspiegeln. Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland und später mit dem Mauerfall und der Anexion der DDR an Westdeutschland konnten rechte und faschistische Parteien starken Zuwachs verzeichnen. Zu den Hintergründen haben wir bereits einige Quellen und Analysen veröffentlicht. Für uns bedeutet Antifaschismus ebenso klassenorientierte Politik zu betreiben und diesen von Unten aus der Bevölkerung und vor allem der ArbeiterInnenklasse heraus zu fördern und zu organisieren, denn nur sie kann der starke demokratische Arm der Mehrheit der Bevölkerung sein, der als Masse gegen rassistische und faschistische Politik Erfolgreich sein kann und Alternativen schaffen kann. Wir als Bewegung, als linke und ArbeiterInnenbewegung müssen uns gegen rechte Tendenzen und Angriffe auf unsere Interessen wehren. 


Marxismus
Aktuell finden in Zeiten der Pandemie wieder verstärkt Angriffe seitens Arbeitgeber auf uns statt, die darauf abzielen Arbeitszeiten auszudehnen, Löhne zu kürzen und ganze Arbeitsstellen, Betriebe bis Industriezweige wegbrechen zu lassen. Dass diese Entwicklung zwangsläufig stattfindet können wir seit Beginn der Menschheitsgeschichte beobachten, denn jeher standen sich gegensätzliche Interessen von Besitzenden und Besitzlosen gegenüber, die zeitweise zur Verbesserung oder Verschlechterung der Lebensverhältnisse führten. Wir sprechen dabei von einem ,,Antagonismus“, dem entgegenstehen unterschiedlicher Interessen. Marx und Engels analysierten die Menschheitsgeschichte und entwickelten Theorien dies zu beschreiben. So sprechen wir von einer Klassengesellschaft in der zwei unterschiedliche Klassen, die der Arbeitnehmer ( ArbeiterInnen, alle von ihrem Lohn abhängigen Menschen ) mit ihren Interessen denen der Arbeitgeber ( besitzende mit Eigentum und Grundbesitz, Menschen die Arbeitnehmer/ArbeiterInnen beschäftigen ) gegensätzlich gegenüberstehen. Kurz gesagt: Der Marxismus ist für uns die Grundlage zur Beschreibung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Umwelt. 
Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte kann die von uns vorgestellte Buchreihe zum „ABC des Kapitalismus“ von Vivek Chibber lesen.


Internationalismus
Überall auf der Welt finden ständig Konflikte, Kriege und Auseinandersetzungen statt. Von imperialistisch geführten Kriegen, post-kolonialistischer Politik bis zur Ausbeutung und dem Raubzug über ganze Ressourcen und Länder finden sich täglich viele Meldung in der Tagespresse. Unsere Aufgabe als MarxistInnen und AntifaschistInnen in Deutschland ist es auf diese Dinge kritisch und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen (Klassen-) Interessen aufmerksam zu machen und internationale Solidarität zu zeigen, sobald eine Bevölkerung unterdrückt, durch Kriege vertrieben und zur Flucht gezwungen oder von faschistischer Herrschaft terrorisiert wird. Es ist unsere Aufgabe die ideologischen Konstrukte der politischen Regime zu beleuchten und die kapitalistischen Demokratien der Minderheiten zu bennen, sowie die Positionen der gegenläufigen Bewegung auf internationaler Ebene hervorheben und ihrem Stimmen Raum geben.

Wir freuen uns auf die nächsten Jahre und werden weiterhin revolutionäre Linke Politik organisieren, gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Ausbeutung und die Verschlechterung der Lebensverhältnisse unserer Klasse. Organisiert euch gemeinsam mit