Umweltzerstörung aufhalten – Systemfrage stellen!

Die Zerstörung unserer Umwelt ist schon lange kein Thema mehr, das nur besonders
naturverbundene Menschen bewegt: Angst und Empörung nach dem Reaktorunfall im Kernkraftwerk in Fukushima 2011, immer wieder sorgenvolle Berichte über das Artensterben, über Gifte, Schadstoffe und Kunststoffe in der Luft, in Böden, Gewässern und Nahrungsmitteln und natürlich die große Frage, wie die Folgen des Klimawandels uns jetzt schon betreffen und vor allem betreffen werden. Themen wie diese sind Teil der alltäglichen Nachrichten. Sie sorgen bestenfalls dafür, dass wir uns hin und wieder Gedanken über den Zustand unseres Planeten machen und versuchen die eigenen kleinen Umweltsünden in den Griff zu bekommen. Viel mehr bewirken diese Informationen, und wenn sie noch so greifbar und offensichtlich sind, nur bei den Wenigsten. Die voranschreitende Ausplünderung, Vergiftung und Vermüllung der Erde scheint unserem unmittelbaren Einfluss so weit entrückt zu sein und ist Teil so gigantischer globaler Prozesse, dass sich die Frage stellt, was wir denn bitte daran ändern können. Soziale, politische, ganz persönliche Probleme und Herausforderungen drängen sich uns tagtäglich auf und erfordern unser Handeln – da muss die Umwelt für viele erst einmal hinten anstehen. Es geht uns nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt zu laufen und den Menschen besserwisserisch zu erklären, dass sie biologischer einkaufen, weniger Auto fahren und nur noch Ökostrom beziehen sollen, wobei das alles natürlich sinnvolle Bestandteile eines bewussten Umgangs mit der Umwelt sind. Es geht vielmehr um die Verbindung zweier Fragen: Warum wird in einer Art und Weise produziert und gehandelt, von der nur ein exklusiver Teil der Bevölkerung profitiert, während der Großteil nur als Verschleißteile, als ersetzbares Rädchen im Getriebe zum Einsatz kommt? Und: Wer hat es den Besitzenden genehmigt, die Ressourcen dieses Planeten für ihre Profitinteressen auszubeuten, zu vernichten und uns alle dabei auch noch von ihrem kurzsichtigen Wirtschaften abhängig zu machen? Wie man es auch dreht und wendet: Wir leben in einer Welt, in der Menschen und natürliche Ressourcen von den gleichen Prozessen ausgebeutet werden. Prozesse, die die Anhäufung von Kapital und nicht die soziale und kulturelle Entfaltung der Menschen und erst Recht nicht die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen zum Zweck haben. Das wird gerade heute für viele spürbar, weil das kapitalistische Wirtschaftssystem sich in weltweite Krisen verstrickt und nicht mehr in der Lage ist, vertrauenserweckende Zukunftsvisionen hervorzubringen. Verbunden mit einer Politik, in der internationale Klimaziele – trotz sehr konkreter Bedrohungsszenarien – nichts als leere Versprechungen sind, birgt diese verfahrene Situation auch Chancen für einen grundlegenden Wandel in sich. Einerseits führt sie zu neuen kämpferischen Bewegungen für soziale und Klimagerechtigkeit und andererseits führt sie uns die Notwendigkeit vor Augen, einen klaren Trennungsstrich zwischen den Ökoschweinereien der Konzerne und den Interessen der arbeitenden Bevölkerung zu ziehen – vorausgesetzt, uns liegt etwas daran, dass auch kommende Generationen noch von den eigentlich sehr lebensfreundlichen Bedingungen auf unserem Planeten profitieren können.
Das kapitalistische System ist für die Zerstörung unserer Umwelt verantwortlich. Es wird uns aber weisgemacht, dass die BürgerInnen lieber Strom sparen und den Kauf von Plastik reduzieren sollen und dadurch alles besser würde. Doch wer sind die eigentlichen Verursacher und Beschleuniger des Klimawandels? Konzerne und nicht wir holzen den Regenwald ab, verpesten Meere und Länder, verdrängen indigene Bevölkerungen und betreiben Landgrabbing für wirtschaftliche Interessen. Die Auswirkungen des Klimawandels kommen auch hier an. So haben bereits 90% der Seen und Flüsse in Deutschland jeden Grenzwert überschritten. Neben der ansässigen Schwerindustrie ist in Deutschland die größte Fleischindustrie Europas mit dem stärksten Niedriglohnsektor zu finden. Die Unmengen an Tiere geben nicht nur eine Menge Methangas ab, sondern müssen auch gefüttert werden, bevor sie dann massenhaft abgeschlachtet werden. Dafür
werden enorme Flächen des Regenwalds abgeholzt, damit in Monokulturen Soja angebaut werden kann. Dabei reicht die produzierte Nahrungsmenge aus, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Um die Vernichtung unserer Lebensräume zu stoppen, müssen wir also dieses System überwinden.
Egal ob aggressive Expansion, Konkurrenz um Absatzmärkte und der erzwungene Zugriff auf Rohstoffe sind Versuche, die Steigerung des Profits aufrecht zu erhalten und somit im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Wortreich umschrieben heißt das: Krieg für den Profit! Die
Auseinandersetzungen zwischen imperialistischen Ländern werden immer schärfer. Unterdrückte und kolonisierte Bevölkerungen werden zum Testobjekt eines internationalen militärisch-industriellen Komplexes, für den Uran und andere giftige Stoffe in Menschen, Tiere, Luft und Erde gefeuert werden. Es ist kein Zufall, dass die indigenen Bevölkerungen zu den Ersten gehörten, die bei ihren antikolonialen Kampf auch die ökologische Frage stellten: Die Mapuche in Chile, die Beduinen in Palästina oder die kurdische Bevölkerung in Rojava beispielsweise.
Wir stellen uns mit unserem Mut, unserer Hoffnung, unserer Solidarität gegen riesige Konzerne mit scheinbar unerschöpflichen Ressourcen, gegen Krieg und Umweltzerstörung, gegen Ausbeutung und
Unterdrückung, gegen Panzer und automatische Waffen, gegen einen Staatsapparat mit umfassenden Möglichkeiten zur Überwachung und Repression, gegen das Mantra des Profitstrebens und der Konkurrenz, das jeden Teil unseres Lebens durchzieht.


Für ein Ende der Umweltzerstörung!
Für die weltweite Revolution!