Bericht zum roten 1.Mai 2020 in Siegen

Trotz zahlreicher Auflagen und Verbot der Demonstration, fand gestern die 1.Mai Kundgebung am Kornmarkt(Rathaus) statt. Dies war der erste 1.Mai seit Jahren, an dem wir nicht wie gewohnt unseren lautstarken Protest und Widerstand auf die Straße bringen konnten. Im Gegensatz zu den rechten Demonstrationen wie in Berlin, wurden unser selbstbestimmter Protest an vielerlei Stellen eingeschränkt.

Auf dem Kornmarkt angekommen bemerkten wir den kleinen winzigen abgesperrten Bereich und einen Eingang, an welchem man seine Personalien abgeben sollte. Direkt daneben standen mehrere Bullen. Wir entschieden uns unsere Personalien nicht abzugeben, da dies unseren Selbstschutz angreifen würde. Wir wissen allerdings, dass dies nicht nur dem Vorwand gilt Infektionsketten einzudämmen, sondern sich die Beamten die Listen jederzeit hätten aneignen können oder schlussendlich eine Weitergabe an die Sicherheitsbehörden hätte stattfinden können. Dies ist für uns als Kommunistinnen und Kommunisten nicht hinnehmbar. Deshalb entschlossen wir uns dazu demonstrativ hinter der Absperrung unsere Banner und Fahnen zu präsentieren, um nicht nur im vom Staat aufdiktierten Rahmen zu agieren und Beschränkungen wie maximal 50 Personen zuzulassen wehrlos hinzunehmen.

Nach kurzer Zeit wurden wir erfolglos von Beamten provoziert und angewiesen unsere Materialien wieder einzupacken. Nach mehreren aggressiven Aufforderungen denen wir nicht nachkamen, mischten sich einige solidarische Zwischenrufe ein und wiesen die Beamten auf den Rückhhalt hin, den sich die GenossInnen auf der Kundgebung gegenseitig geben. Dies war ein klares Zeichen, dass die Inhalte unserer Banner den Bullen nicht gefallen haben. Wenn Liebesbotschaften oder Aufrufe zum Frieden mit dem bürgerlichen Staat eine Abbildung gefunden hätten, wären wir mit Samthandschuhen in die Kundgebung begleitet worden. Dies war eine verbale Kampfansage an die revolutionären Kräfte der Stadt, die wir erfolgreich abgewehrt haben und weiterhin an Ort und Stelle durch nicht verlassen unseres Standtpunktes demonstriert haben. Warum viele autonome und anarchistische Kräfte nicht eingeschritten sind, sich positioniert haben und die Klassenstandpunkte verteidigten, sondern sich zurückhaltend und schweigen indirekt auf die Seite der Beamten schlugen bleibt ein Rätsel. Ein weiteres Rätsel bleiben die unsinnigen Schutzmaßnahmen welche nichteinmal durch die Lakaien des Staates eingehalten wurden. Weder mit Atemschutzmase, noch mit einem größeren Sicherheitsabstand als 40cm wurden wir und andere Teilnehmer in den Diskussionen mit Aussagen konfrontiert wie ,,Wir sind Systemrelevant“ und ,,Wir brauchen keinen Atemschutz“ oder ,,Ich habe kein Corona“. Das falsche Spiel wurde bereits im Vorwege der Anmeldung einer Demonstration bewusst, als uns mitgeteilt wurde Schutzmasken wären nicht zugelassen, da das Vermummungsverbot über dem Infektionsschutz auf einer Demonstration stünde. In letzter Instanz ruderten sie die Maßnahme zurück, ergänzt durch die Auflage Halstücher zu verbieten. Dieser unnötigen Schikane wollten wir nicht nachkommen, da diese seit jeher traditioneller Ausdruck der internationalen kommunistischen Bewegung sind. Nachdem den Beamten die unnsinnige Aktion bewusst wurde, zogen sie sich zurück. Nach der Aktion kamen wir mit vielen Menschen ins Gespräch und konnten unsere Beweggründe klarstellen und viel Solidarität erfahren. Vorausschauend in die Zukunft wissen wir, dass dies nicht die einzigen Einschnitte bleiben werden. Es wäre ein Trugschluss sich dem zu beugen, wir Linke werden es besonders schwer haben und von Repression betroffen sein, kämpfen wir daher entschlossen und vereint.

Wir, als diejenigen die vom Staat als Feinde der Demokratie angesehen werden, scheinen in diesen Tagen die einzigen zu sein, welche die Einschnitte in ihr hochgelobtes Grundgesetz mehr kritisieren als sie Selbst. Dies mag daran liegen, dass die wirklich demokratischen Forderungen nur auf sozialistischer Grundlage möglich sind, in zentralisierter Macht kontrolliert durch die Bevölkerung. Die Perspektive dieser Tage sollte klar sein, unsere Perspektive kann nur der Kommunismus sein!

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