Solidarität in Nachbarschaft und Vierteln aufbauen – Corona

Gestern Abend waren wir in Siegen und Umgebung unterwegs und haben Koordinierungszettel für Nachbarschaften ausgehangen. Auf ihnen können sich Menschen eintragen, die Risikogruppen wie Älteren oder Vorerkrankten mit Einkäufen und Botengängen helfen können. Unser Ziel muss sein, dass Nachbarschaften sich solidarisch organisieren und einander Unterstützung anbieten. So können sich in verschiedenen Gebieten selbstaktive und eigenständige lokale Netzwerke bilden, die durch das Corona-Virus besonders Gefährdete schützen.

Ihr wollt selbst aktiv werden und eure Nachbarschaft organisieren? Dann druckt euch ein oder mehrere Exemplare aus und klebt sie an die Türen von Wohnblocks, Kiosks oder Einkaufszentren, damit Menschen sich eintragen können. Ein eingerichtetes Notfalltelefon unter der Nummer 01706768713 ist in Siegen von montags bis freitags von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr für Hilfe erreichbar.

Während Länder wie China, Kuba oder Vietnam Krankenhäuser aus dem Boden stampfen und erste Testkits zur Bekämpfung des Virus entwickeln, investieren die EU und USA vor allem Unmengen an Geldern in die Wirtschaft. In den USA wurden 1,5 Billionen Dollar als Liquidität für die Banken zugesichert. Die EU hat zur Erforschung eines Impfstoffs 232 Millionen Euro bereitgestellt, für die Rettung der Wirtschaft (Stand 13. Februar) 37 Milliarden Euro. In diesen Tagen gilt unsere Solidarität vor allem den Arbeitenden im Einzelhandel, in Pharmazie, dem Pflegepersonal, in Bahnverkehr und Kinderbetreuung. Diese und andere für die Grundversorgung der Gesellschaft notwendigen Berufe sind mit am härtesten vom Klassenkampf betroffen. Die Politik behauptet, es wäre kein Geld für Pflege, Obdachlose und Flüchtende da. Die aktuelle Zeit beweist, dass die Staaten sehr wohl bereit sind, Geld und Regulierungen in die Hand zu nehmen. Durch Privatisierung des Gesundheitssystems hat der Staat für den Profit das verkauft, was für die Menschen mit das wichtigste ist.
Die Verlierer dieser Krise sind mal wieder die, die ganz unten in der Nahrungskette stehen.
Passt auf euch und eure nächsten auf, GenossInnen und Verwandten!

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