,,Wir waren, wir sind, wir werden sein – die Revolution wird die Menschheit befreien!“

Heute vor 101 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet: es waren Bluttaten faschistischer Freikorps von erheblicher Tragweite. Angesichts immer neuer Enthüllungen über faschistische Netzwerke in Bundeswehr und Polizei, Todeslisten mit Namen politischer Gegner und rechte die Waffen für den Tag X bunkern, sollten wir uns an ihr Wirken und Nachwirken erinnern.

Am 15. Januar 1919 „verhaftete“ eine sogenannte Bürgerwehr die beiden KPD-Mitgründer* und brachte sie ins Hauptquartier des Stabs der Garde-Kavallerie-Schützen-Division (GKSD). Angehörige dieser nach Kriegsende noch funktionierenden Einheit des kaiserlichen Heeres verschleppten sie ins Hotel Eden – damals Sitz der Eliteeinheit. Dort wurde Luxemburg schwer misshandelt und durch zwei Gewehrkolbenschläge gegen den Kopf bewusstlos geschlagen. In einem Wagen wurde sie dann Richtung Tiergarten gefahren. Ein Soldat ermordete sie auf der Fahrt durch einen gezielten Schläfenschuss. Gegen Mitternacht wurde ihre Leiche in den Landwehrkanal geworfen.

Einen Freibrief hatten sich die Mörder zuvor bei führenden Vertretern der Mehrheitssozialdemokratie (M-SPD) geholt, die faktisch die Macht im Staate ausübten. Befohlen wurde die Aktion von GKSD-Hauptmann Waldemar Pabst, gebilligt wurde sie vom selbsterklärten „Bluthund“ Gustav Noske, der als erster SPD-Minister für das deutsche Militär zuständig war. Zustimmend weggesehen hat Friedrich Ebert, der als faktischer Regierungschef die politische Verantwortung für die Ermordung trug.

Gesteigert wurde der konterrevolutionäre Furor später noch durch einen Schießbefehl Noskes, in dessen Folge im März 1919 allein in Berlin mehr als 1.200 Menschen den Tod fanden.Karl Liebknecht, der als Reichstagsabgeordneter mutig gegen die Kredite zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs stimmte, kann nur ein Vorbild sein.

Kurz vor seinem Tod schrieb Karl Liebknecht: „Und ob wir dann noch leben werden, wenn es erreicht wird, leben wird unser Programm; es wird die Welt der erlösten Menschheit beherrschen. Trotz alledem!“ Und damit halten wir es auch heute noch – der Kampf von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht lebt in unseren Taten!

*Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg waren 1914 Mitglieder der ,,Gruppe Internationale“, eine oppositionelle Gruppe innerhalb der SPD. 1916 nannte diese sich Spartakusgruppe und schloss sich 1917 der von der SPD abgespalteten Unabhängigen SPD (USPD) an. Am 1.Januar 1919 schloss sich diese mit anderen radikalen Linken Gruppen zur Kommunistischen Partei Deutschlands KPD zusammen.